Grundlagen
Der technische Hintergrund
Im Gegensatz zu thermisch oder anderweitig gefügten reibschlüssigen Verbindungen lassen sich STÜWE-Reibschlussverbindungen einfach und zerstörungsfrei montieren und demontieren. Die Spielpassungen zwischen Welle bzw. Welle-Nabe und „STÜWE-Scheibe“ vereinfachen die Montage.
Sämtliche STÜWE-Reibschlussverbindungen basieren auf dem gleichen
Prinzip. In ihrer einfachsten Form bestehen sie aus einem Innen- und einem
Außenring mit gegenüber liegenden konischen Flächen. Durch axiales Verschieben (mechanisch
oder hydraulisch) des Außenrings gegen den Innenring wird eine Pressung erzeugt.
Dadurch weitet sich der Außenring nach außen auf, während und der Innenring
nach innen gestaucht wird. Die vorhandene Reibung der zwischen Nabe und Welle
auftretenden Pressung führt dazu, dass ein Drehmoment und/oder eine Axialkraft
übertragen werden kann. Diese sind abhängig vom Reibwert, dem Passungsspiel,
der Klemmlänge und dem Wellendurchmesser.
- Übertragbares Drehmoment Mt
Der Katalogwert basiert auf einem angenommenen Reibwert, dem maximal möglichen Passungsspiel und Pax = 0 bei einem vorgegebenen Wellendurchmesser, sowie einer Vollwelle.
- Reibwert
Der Reibwert für trockene und entfettete Flächen schwankt bei der Paarung Stahl/Stahl zwischen 0,15 und 0,33. Die übertragbaren Drehmomente der außenspannenden STÜWE-Scheiben wurden mit dem Wert μw = 0,15 berechnet.
Bei besonderer Oberflächenbehandlung kann unter Umständen mit höheren Reibwerten gerechnet werden. Das übertragbare Drehmoment erhöht sich im Verhältnis der Reibwerte.
- Passungsspiele
Die Drehmomentberechnung berücksichtigt das maximale Passungsspiel und die Oberflächenrauhigkeit. Ist das tatsächliche Passungsspiel kleiner, vergrößert sich das übertragbare Drehmoment. Umgekehrt verringert sich das übertragbare Drehmoment, wenn das Passungsspiel größer als im Katalog vorgegeben ist.
- Wellendurchmesser
Der für jede außenspannende STÜWE-Scheibe mögliche Wellendurchmesserbereich ist in den Produkttabellen angegeben. Wird ein Wellendurchmesser gewählt, der zwischen zwei angegebenen Werten liegt, so kann das übertragbare Drehmoment mit genügender Genauigkeit durch Interpolation gefunden werden.
Axialkraft „Pax“
Die maximal übertragbare Axialkraft (bei Mt = 0) kann aus dem maximal übertragbaren Drehmoment (bei Pax = 0) berechnet werden:
Überlagerung von Drehmomenten und Axialkräften
Wenn Drehmomente und Axialkräfte gleichzeitig übertragen werden sollen, reduziert sich das übertragbare Moment entsprechend:
MIIt ist das reduzierte übertragbare Drehmoment bei gleichzeitiger Axialkraft Pax.
- Oberflächenrauhigkeit
Die Oberflächenrauhigkeit (Rt) von Welle und Nabe soll kleiner als 16 μm sein (Drehbearbeitung ist ausreichend).
- Schmierstoff
Kegelflächen und Schrauben werden mit Schmierstoffen mit hohem Molybdänsulfidgehalt (MoS2) geschmiert. Folgende Schmierstoffe (Reibwerte ca. 0,04) bilden eine Auswahl handelsüblicher Sorten:
Schmierstoff Handelsform/Hersteller Molykote D-321 R
(Gleitlack)
Spray
Dow CorningMolykote G Rapid-plus
Paste
Dow CorningAemasol MO 19 P
Paste
A.C. Matthes
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